Foto oben: Grenzübergang Namibia - Sambia

Fortsetzung meiner Reise durchs südliche Afrika.

Die Reise beginnt in Südafrika. Über Namibia bin ich dann nach Sambia eingereist:

 

Sambia

Tag 16 (04.10.2014) Mahango Lodge – Livingstone (ZAM)

Nach der Grenzkontrolle in Namibia befährt man die Brücke über den Sambesi. Ein Stück weiter, ein großer Parkplatz, der nur noch ein paar freie Plätze hatte. Dazwischen jede Menge junge Männer mit riesigen Bündeln unterschiedlicher Banknoten. Jeder wird hier angesprochen, wegen Geldwechsel. Ich dankte erst mal, und betrat die große Halle. Auf allen Seiten Schalter und überall Menschen, die sich anstellten. Am einfachsten ist der Stempel in den Reisepass zu bekommen. 50 US Dollar kostet das Visum. Schiebt man mit dem Pass unter die Glasscheibe am Schalter und klack, ist man eingereist. Das Problem aber ist mein Auto. Ich weiß nicht mehr genau, an wie vielen Schaltern ich deswegen anstehen musste. Es dauerte jedoch mehrere Stunden. Die Kfz-Auslandsversicherung, die ich für Sambia in Windhoek abgeschlossen habe, wird hier nicht akzeptiert. Ich muss 250 US Dollar bezahlen. Leider hatte ich nicht so viel Bargeld einstecken. Die ATMs hier funktionierten alle nicht. Eine Beamtin begleitete mich durch die Halle mit den Absperrungen, bis wir auf der Seite des Gebäudes ankamen, an dem die Leute von Sambia nach Namibia ausreisen. Hier fand ich Gottseidank einen Geldautomaten, der meine Visa-Karte akzeptierte. Ich ließ gleich etwas mehr Geld raus, um in Sambesische Kwacha tauschen zu können. Also nochmals anstellen. An einem Schalter lag ein Buch, das aufgeklappt 2 Meter breit ist, mit vielen Spalten und Zeilen. Für jede Person eine Zeile. Links beginnt man, seinen Namen einzutragen, dann die Adresse in Deutschland, die Adresse in Sambia, Passnummer, Autonummer, Motornummer, dann noch irgendwelche Nummern von den Papieren, die ich mittlerweile in meinen Händen hielt. Es dauerte also etwas, bis ich am rechten Rand des Buches angelangt war. Der Beamte schaute nur, ob alle Spalten ausgefüllt sind, verglich aber nicht, ob alles korrekt eingetragen wurde. Dann gab er mir noch einen Zettel. Mit dem ging ich dann zum letzten Schalter in der Halle, um die 250 Dollar zu bezahlen. Hier erhielt ich dann den Hinweis, dass ich nun um das Gebäude herum fahren soll, und beim Zoll anhalten muss. Echt erleichtert ging ich zum Auto zurück und wechselte noch Dollars in Kwacha.

Der Zoll überprüfte dann nochmals alle Papiere und durchsuchte flüchtig mein Auto. Dann durfte ich endlich weiter. Der Beamte an der Schranke erhielt ein Zeichen vom Zoll, und ich war in Sambia. Echt eine Tortur hier!

Geschwindigkeitsbegrenzungen nehmen die hier also auch sehr genau! Nicht 60 oder 70. Nein! 65 km/h! Meine Erfahrungen an der Grenze bewahrten mich wohl vor einer Strafe wegen zu schnellen Fahrens, weil ich mich mal daran gehalten habe.

In den Dörfern auf dem Weg nach Livingston überall Musikanten und Gruppen von Tänzern. Na hier geht´s ja ab, dachte ich. Alle gut drauf.

Die ersten Europäer, die hier entlang kamen, berichten in ihren Aufzeichnungen, dass man schon viele Kilometer vor den Fällen und somit auch vor Erreichen 

von Livingstone die Gischt mehrere Hundert Meter hoch sieht von den Wasserfällen. Natürlich hielt ich Ausschau danach, konnte aber nichts in der Luft sehen. Und dann war ich auch schon in Livingstone.

Die M10 mündet in die Stadt. Man fährt bis zum Ende der Straße, und biegt dann rechts auf die T1. Das ist auch gleich die Straße zu den Viktoria Fällen. In Livingstone gönnte ich mir ein exklusives Hotel. Das Protea Hotel liegt auf der linken Seite. Ausnahmsweise war ich bereit, mal 120 Dollar für eine Übernachtung mit Frühstück zu zahlen. Ich erhielt einen Sonderpreis, so jedenfalls die Dame an der Rezeption. Sonst kostet es 180 Dollar. Die Creme, Seife und Shampoo hier im Hotel sind sehr hochwertig und duften gut. Ich nahm alles aus dem Badezimmer mit. Zuhause wollte ich es nachkaufen. Das ist aber nicht möglich, wie sich herausgestellt hat, da es die Hausmarke dieser Hotelkette ist.

Am Abend schlenderte ich noch die T1 auf und ab. Überall Bars mit lauter Musik. Leider gab es hier nur Getränke. Da ich noch etwas essen wollte, musste ich mit Pizza und Burger vorlieb nehmen. Kostete circa das 3-fache wie bei uns im McDonalds.

Irgendwie fühlte ich mich wie in Brasilien, da die Menschen hier alle gut gelaunt und kontaktfreudig sind. Auch die zahlreichen Bars waren gut besucht. Alle irgendwie in Feierlaune. Die Grenzkontrolle passte da gar nicht mehr in das Bild von Sambia...

 

Tag 17 05.10.2014 Livingstone – Victoria Falls – Kasane (BW)

Die Halle des Hotels war in unterschiedlichen Ebenen gegliedert mit Tischen und Stühlen zum Essen. Die eine Seite offen zu einem kleinen Park. Frühstücksbuffet mit allem, was man sich vorstellen kann.

Vom Hotel sind es nur wenige Minuten Autofahrt bis zum Parkplatz vor den Wasserfällen. Die Mitte der Victoriabrücke ist die Grenze zu Simbabwe, was auch farblich ersichtlich ist. Eigentlich hatte ich vor, über Simbabwe nach Botswana zu fahren, oder einen Tagesausflug auf die andere Seite zu machen. Da aber jeder Grenzübertritt mit Fahrzeug erstens sehr viel Zeit in Anspruch nimmt und zweitens jedes mal € 250,00 für die Kfz-Versicherung kostet, habe ich es vorgezogen, hier zu bleiben.

Baboons, meine ständigen Begleiter! Als ob sie wüssten, wo ich hin will, marschierten wir zu einer Aussichtsstelle für die Victoria Brücke.

Durch mein Objektiv konnte ich die Schilder auf der Brücke lesen: Bungie Jumping! Und wieder war ich froh, dass es die SD-Karten für meine alte Nikon nicht mehr gab - solche Aufnahmen wären nicht möglich gewesen. Übrigens soll es eine der höchsten Stellen sein, von der man sich hinab fallen lassen kann. Und es dauerte tatsächlich nicht allzu lange, da pendelten zwei am Seil.

 

Das Rauschen der Wasserfälle kam immer näher. Ein bisschen Gischt war tatsächlich aus der Ferne zu sehen. Der Sambesi führt zu dieser Jahreszeit sehr wenig Wasser. Da entdeckte ich auf der Kante, von der am meisten Wasser herunterkam, eine Gruppe von Menschen. Manche badeten sogar hier oben.

Um hier hin zu kommen, bieten sich Jungs als Führer an, die den Weg über die Felsen kennen. 

Jetzt war auch ich zufrieden: den spray auf der Haut zu spüren...

Ich fahre wieder zurück nach Livingston. Nehme wieder die M10, auf der ich gekommen war. Nach etwa 50 km erreiche ich Kasungula. Die Fähre ist ausgeschildert, und ich biege links ab. Kerzengerade führt die Straße zwischen den Hütten durch den Ort bergab zum Sambesi. Dann unten am Fluß wird die Straße breiter, links und rechts stehen in mehreren Reihen Jeeps, Pickups, Kleinbusse und Lastwagen. Hinter den Fahrzeugen einstöckige Gebäude, die wohl alle etwas mit Grenze zu tun haben. Überall stehen die Leute herum, oder sitzen vor den Hütten und Häusern. Ich schau mich bei langsamer Fahrt um, und halte dann auf der linken Seite. Mein Nummernschild verrät mich gleich als Ausländer und Tourist. Im Nu war ich umringt von mindestens 10 jungen Männern. Sehr selbstbewußt und mit bestimmenden Ton meinte einer von ihnen: "Give me your passport and follow me". In Begleitung von nur noch 5 Jungs betraten wir das erste Häuschen. Ich soll einen Zettel für die Ausreise ausfüllen. Der Anführer von der Gruppe entriss mir meinen Pass und ging zu einem Schalter. "20 Dollars" rief er. "Give me 20 Dollars". Ich kramte in meinem Rucksack und gab ihm, was er wollte. "The paper - give me the paper". Machte ich auch brav. Pass blieb mit meinem ausgefüllten Zettel hinter dem Schalter. "Come, we must go to the next Office".

Es war laut. Es war heiß, und hatte Durst. Beim nächsten Schalter brauchte ich alle Papiere vom Auto: den Vertrag vom CarHire aus Windhouk, die Versicherung, den Zettel zum Auto von der Einreise, Fahrzeugschein und Führerschein. Mein Helfer diskutierte wild mit dem Beamten. Dann wandte er sich wieder mir zu: "Give him 20 Dollars, than You can go"! "20 Dollars, quickly" Die anderen fünf Jungs bedrängten mich ebenfalls, gleich zu zahlen. Irgendein anderes Papier fehlte. Das Fehlen könnte ich mit Geld ausgleichen, und ich würde mir die Zollkontrolle beim Auto sparen. Mann, dachte ich. Die stecken doch alle unter einer Decke. Also nochmal 20 Dollar bezahlt. Mit den Papieren nochmal zum ersten Häuschen. Alles unter der Glasscheibe durchgeschoben. Nach eingehender Prüfung des Beamten machte es klack und ich hatte den Ausreisestempel von Sambia im Pass. Dann zeigten mir die Jungs noch das Büro, wo man ein Ticket für die Fähre kaufen kann. Ich bekam die einfach nicht mehr los. Die waren wie die Kletten an mir. Change Money? Yes! Also nochmal zu einem anderen Häuschen. Die letzten sambischen Kwacha und 100 Dollars in botswanische Pula getauscht. Und dann, das ist ja klar, hielten alle die Hand auf. Eigentlich war ich ja dankbar, dass sie mir geholfen hatten. Allein bräuchte man wohl die fünffache Zeit. Aber alleine diese Prozedur zu machen ist schier unmöglich, da hier so viele Jungs rumlaufen. Die kriegen einfach jeden. Zunächst hatte ich ja Bedenken, dass die krumme Sachen machen. Aber das ist wohl ihre einzige Chance, um zu Geld zu kommen. Alle begleiteten mich noch zu meinem Auto. Ich fuhr langsam los. Alle liefen vor mir her und scheuchten alles weg, was im Weg war. Naja, die letzten 200 Meter hätte ich auch allein geschafft. Aber das gehörte wohl noch dazu, ihren Kunden bis zum Wasser zu bringen. 

Die Fähre stand schon da, und konnte gleich als Erster drauffahren. So, wie die Fähre aussah, musste sie wohl schon viele tausend Male den Sambesi überquert haben. Die Stahlplatten am Boden waren alle krumm und zeigten Lücken. Die Rampe ebenfalls. Ich sollte ganz nach vorne fahren.

 

Jetzt geht´s nach Botswana!

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