Foto oben: der Ätna

Sizilien

 

Nach Sizilien bin ich eigentlich nur gereist, weil meine geplanten Reisen nach Übersee in diesem Jahr nicht möglich waren, aber ich nochmals Sonne tanken wollte. War Sizilien also ursprünglich "nur" ein Lückenfüller, so muss ich jetzt im Nachhinein sagen, dass sich die Reise auf diese Insel sehr gelohnt hat. Was es alles so gibt, hier nun in vielen Bildern und 3 Berichten. Von Catania aus bin ich entgegen dem Uhrzeigersinn ein Mal um die Insel gefahren:

 

Auf der Karte sind die wichtigsten Punkte eingezeichnet, die ich besucht habe, und hier im Bericht erwähnt werden. Durch Klick auf eine Markierung erhältst du noch weitere Informationen. Die schwarzen Pins im 1. Teil, die roten für die Liparischen Inseln und die blauen Pins im 2. Teil von Sizilien. Die Karte kann man natürlich auch vergrößern.

 

Durch Klick auf die nachfolgenden Fotos erhältst du eine Vergrößerung.

 


19.10.2020 (Mo): Flug von München nach Catania

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der Ätna kurz vor der Landung in Catania

Ich sitze im Flieger und denke: Sizilien? Naja, Hauptsache 2 Wochen irgendwo hin wo es warm ist, und dort war ich eh noch nicht. Ich erhoffte mir etwas mehr Wärme wie in der Heimat, gutes Essen, und den Rest lasse ich wie immer auf mich zukommen.

Doch schon beim Landeanflug - ich saß natürlich wieder mal auf der falschen Seite, aber der Flieger war nicht voll - rieselte Gänsehaut meinen Rücken runter, als ich den Ätna erblickte. Ein frei stehender Berg mit 3300 m Höhe und der auch noch raucht.

Catania

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Teatro Massimo Bellini

Sizilien ist nicht mit dem Rest von Italien zu vergleichen! Doch das will ich so nach und nach in meinem Reisebericht beschreiben.

Mein erster Abend in Catania erweckte erst einmal gemischte Gefühle! Meine Unterkunft lag nahe dem Zentrum, und so beschloss ich, nachdem ich nach endlosem Gekurve endlich dort war, ins Zentrum zu laufen. Der Verkehr in Catania hat mich geschafft. Doch später saß ich gemütlich vor einem Restaurant und genoss meine ersten sizilianischen Pasta mmhhh...

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Fontana dell'Elefante - Elefantenbrunnen
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Elefant mit Obelisk

Nachts sieht Catania schöner aus, als bei Tageslicht. Die Fassaden der Häuser sind alle renovierungsbedürftig. Manche werden mit Gerüsten versehen, damit den Passanten nichts auf den Kopf fällt. Sehr schade, denn es wäre sonst eine sehr schöne Stadt. Aber vielleicht wird das irgendwann noch, da Prag jetzt auch in vollem Glanze erscheint, während es zu Zeiten des Eisernen Vorhangs auch ganz schäbig ausgesehen hat.

Das Zentrum ist sehr kompakt, und die wichtigsten Orte sind nah beieinander.

20.10.2020 (Di): Catania + Syrakus

Catania

Am nächsten Tag besuchte ich zunächst den Hafen, danach ging mein Streifzug durch die Innenstadt. Jetzt kann ich sagen, dass ich den Piazza Duomo zur schönsten Ecke von Catania zähle. Sind doch sonst die meisten Häuser schwarz oder herunter gekommen. Die Straßen sind mit schwarzen Lavasteinen gepflastert. Das ist zugegeben etwas gewöhnungsbedürftig, und für den ersten Moment ergibt dies ein tristes Bild.

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Catania

Der Elefant aus schwarzen Lavagestein wurde nach dem Erdbeben im Jahr 1736 beim Wiederaufbau in den Trümmern gefunden. Ebenso wurde der Obelisk zufällig gefunden. Ein Künstler namens Vaccarini erschuf aus den beiden Fundstücken diesen Brunnen, der zum Wahrzeichen der Stadt wurde. Das Kreuz an der Spitze des Obelisken hilft seitdem, Erdbeben abzuwenden.

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Fundstücke werden zum Wahrzeichen einer Stadt
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Fontana dellÉlefante - Elefantenbrunnen

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Schwertfisch - die Delikatesse auf Sizilien
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Fleisch - hier sogar in Kühltheken

Unweit vom Elefanten befinden sich der Fisch-, Obst- und Fleischmarkt. Alles unter freien Himmel. Obwohl an diesem Vormittag noch nicht so viele Menschen unterwegs waren, war es doch schon sehr turbulent und laut.


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Fleischtransport - ganz unkonventionell
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der 1-Euro-Markt

Eine der berühmten Sehenswürdigkeiten ist das römische Amphitheater - jedenfalls, was davon übrig geblieben ist. Der Eintritt ist kostenlos. Auf dem Foto gut zu erkennen, dass sich das Bauwerk aus dem 2. Jahrhundert weit unter dem Straßenniveau der Stadt liegt, und der Rest sichtlich ausgegraben wurde. Angeblich hatte das Theater nur etwa 200 Jahre bestand. Der damalige Regent erlaubte den Bürgern, Steine und Ziegel des Theaters für den Häuserbau zu verwenden. Dahinter die Kirche San Biagio.

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Römisches Amphitheater mit Chiesa di San Biagio
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Und doch muss man sich wundern, wenn man ins Innere hinabsteigt, wie gut manche Bögen noch erhalten geblieben sind. Das Ausmaß vom einstigen Amphitheater kann man nur erahnen.


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Via ANtonino di Sanguiliano

Von der Fußgängerzone Via Etnea erblickte ich in einer Seitenstraße, dass in einiger Entfernung die Straße steil nach oben führt. Neugierig schaute ich auf meinen Stadtplan, was es wohl am Ende des Hügels zu sehen gibt. Klar, Kirchen gibt es überall, so auch in dieser Richtung. Allerdings nahm eine Kirche zusammen mit einem Kloster ziemlich viel Raum ein. 

Die Via Antonino di Sangiuliano also hinauf, an zahlreichen Geschäften und Cafés vorbei. Die Gehsteige zu beiden Seiten mit Treppen. Oben angelangt, wecken schöne Restaurants mit Straßengrill den Appetit. Der Platz vor der Kirche, wie so viele andere Gebäude auch, würde echt was her machen, wenn die Fassaden etwas Putz und Farbe bekämen. Mit der Kirche allerdings wusste ich nicht so recht etwas anzufangen. Schaut ziemlich fertig und mitgenommen aus. Ganz ungewöhnlich hier, da die Italiener normalerweise auf ihre Heiligtümer etwas mehr achten.

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Chiesa di San Nicolò l'Arena
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Chiesa di San Nicolò l'Arena

Die Kirche San Nicolo sieht eher wie ein Bunker aus. Mehrere Erdbeben zerstörten immer wieder diese Kirche. Verschiedene Baumeister versuchten über die Jahrhunderte bei jedem Wiederaufbau die Kirche nach ihrem Geschmack zu formen. Manchmal blieb es wegen erneuten Erdbeben nur bei Planungen. Die Säulen an der Vorderseite sollten einmal ein Vordach tragen.

Das Innere jedoch ist sehr schön renoviert. Für 3 Euro kann man die 140 Stufen im Turm hochlaufen und gelangt so auf das Dach der Kirche mit Aussicht über die ganze Stadt.

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Kuppel und Glockenturm der Kirche
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Blick auf Piazza Dante und Hafen

An der linken vorderen Seite der Kirche steigt man hoch, und kann das ganze Dach umkreisen. Am Glockenturm vorbei und am anderen Ende den rechten vorderen Turm wieder nach unten laufen. Von hier oben überblickt man die gesamte Stadt nach allen Seiten. Der Gipfel vom Ätna aber heute in Wolken.

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Blick vom Dach der Kirche auf den Ätna

Jetzt hatte ich das Bedürfnis, auch mal aus der Stadt raus zu gehen. Da ich möglicherweise am Ende der Reise keine Zeit mehr für Syrakus haben werde, so dachte ich, machte ich mich mittags auf dem Weg dorthin. Der Straßenverkehr in Catania ist Horror. Zu der chaotischen Fahrweise der Sizilianer kommen noch die vielen Einbahnstraßen und Kreisverkehre mit bis zu 8 Abzweigungen hinzu. Verpasst du die richtige Abfahrt vom Kreisel, ist man höchstwahrscheinlich in einer Einbahnstraße und es dauert eine ganze Ewigkeit, bis man wieder auf Kurs ist.

Syrakus

Cicero beschrieb einst Syrakus, als die schönste und größte griechische Stadt, und wurde 2005 von der UNESCO in das Weltkulturerbe aufgenommen. Die Altstadt befindet sich auf einer Insel, die durch einen kleinen Kanal vom Festland getrennt, und über 2 Brücken erreichbar ist. Überquert man mit dem Auto eine der Brücken, am Besten gleich auf einem der Parkplätze das Auto abstellen und zu Fuß weiter, um die Altstadt zu erkunden. 

Noch etwas Geschichtsunterricht: ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. wurde die Stadt von Tyrannen regiert (Tyrannis bezeichnet eine griechische Herrschaftsform, die durch Gewalt und Willkür geprägt war). Im 4. Jahrhundert n. Chr.  eroberten die Vandalen (ein germanischer Volksstamm) Syrakus. Der Begriff Vandalismus entstand durch die Plünderung Roms. Man nimmt an, dass die Vandalen auf der Flucht vor den Hunnen über das heutige Italien bis nach Nordafrika vorstießen.

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Syrakus

In der sonst so engen Stadt findet man doch einen großen Platz vor dem Dom mit zahlreichen Baudenkmälern. Das Besondere an der kleinen Barock Kirche ist das Altarbild von Michelangelo aus dem Jahr 1608. Leider war die Kirche geschlossen.

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Piazza Duomo - Kathedrale von Syrakus
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Piazza Duomo - Chiesa di Santa Lucia alla Badia

Das Schöne an der Altstadt von Syrakus: nur in sehr wenigen Straßen dürfen Fahrzeuge fahren. Viele andere Straßen und Gassen wären dafür auch zu eng. Der Bucht zugewandten Seite wechseln sich Bars und Restaurants in großer Anzahl ab. Je weiter man zur Burg kommt, wird auch die Promenade enger. Ein schöner Platz für einen Sonnenuntergang.

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Promenade zur Bucht
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schönes Ambiente für ein Abendessen an der Bucht

Syrakus sollte man sich unbedingt anschauen, wenn man auf Sizilien ist. Da es hier fast keinen Verkehr gibt, ist es richtig entspannend, im Vergleich zu Catania. Ich genoss hier jede Minute, bis ich bei Dunkelheit wieder zum Hotel im Zentrum von Catania zurückkehrte. 

21.10.2020 (Mi): Catania > Ätna > Fleri > Aci Trezza

Ätna

Der Ätna mit einer Höhe von 3300 m ist der größte aktive Vulkan Italiens und stand natürlich ganz oben auf meiner To-Do-Liste! Heute sollte es also sein. Um 8 Uhr startete ich von meiner Unterkunft in Catanias Zentrum. 

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am Stadtrand von Catania

Für die knapp 40 Kilometer bis zum Rifugio Sapienza braucht man mit Navi 1 Stunde. Ohne Navi würde man hier niemals die Straße hoch zur Seilbahnstation finden. Erst wenn man die Stadt verlassen hat, gibt es eine Straße hoch, auf der man nicht mehr so oft abbiegen muss. Doch die erste Etappe durch die Stadt muss man so oft abbiegen, eine Ausschilderung zum Ätna gibt es nicht, da würde man sonst nie ankommen. 

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die ersten Vulkane sind zu sehen

Ist man endlich aus Catania draußen, geht es auf zahlreichen  Serpentinen immer weiter hinauf. Vorbei an Vulkanen, die bereits von Bäumen überwuchert sind, zeigen, dass der Ätna nicht nur aus einem Kegel mit einem Krater besteht, sondern an seinen Hängen viele kleinere vorhanden sind. Auch am Gipfel sind es mehrere Krater, und einige davon aktiv.

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ab 2000 m wächst fast nichts mehr

Zeitlich ist es völlig ausreichend, wenn man um 9 Uhr bei der Seilbahnstation im Rifugio Sapienza ankommt. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, sich einer Exkursion zum Gipfel anzuschließen. Während der Hochsaison sollte man aber bereits vorher im Internet eine Exkursion gebucht haben.

 

Weil aber der Vulkan 2 Wochen vor meiner Ankunft seine Aktivität erhöht hat, ist es behördlicherseits verboten worden, bis zum Gipfel zu gehen. Somit war kein Aufstieg bis Kraternähe möglich. 

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die Seilbahn hoch zum Ätna

Rifugio Sapienza mit der Seilbahnstation liegt auf etwa 1900 m NN. Die Fahrt in der Gondel kostet 30 Euro und bringt die Passagiere auf 2500 m NN. An der Endstation gibt es nur noch die Möglichkeit, etwas zu Essen und zu Trinken zu kaufen, oder einen Kaffee zu nehmen.

Dies sollte man aber sich am Vortag schon besorgt haben: mindestens 1,5 l Wasser, Traubenzucker und belegte Brötchen. 

Da sich das Wetter auch hier oben schnell ändern kann, ist es ratsam, für Regen oder Schneefall gewappnet zu sein. An manchen Stellen lag Schnee. Es pfeift ein eiskalter Wind. Temperatur lag knapp über 0°C. Spätestens hier sollte man über die Jeans dann die Funktionshose überziehen. Warme Kleidung, Buff, Mütze und Windbreaker Jacke mit Kapuze schon bei Ankunft auf 1900 m.

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über den Wolken mit dem Bus auf 2900 m

Mit Allrad Mercedes Bussen mit 20 Plätzen geht es weiter hinauf auf 2900 m NN. Die Fahrt kostet ebenfalls 30 Euro. Am Besten in Rifugio Sapienza beide Fahrten kaufen, man spart dadurch 6 Euro.

 

Der Trail hoch zum Gipfel ist nur in Begleitung eines zugelassenen Guides möglich. Das Wetter hätte besser nicht sein können. Keine Wolke am Himmel, die die Sicht zum Gipfel versperren könnte! 

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Crateri Barbagallo

An der Endstation mit dem Bus angekommen, führt links ein Pfad hoch zu einem alten Kraterberg namens Crateri Barbagallo, der noch an ein paar Stellen raucht. Der Blick zum Ätna ist großartig. 

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ein Bild wie aus dem Flugzeug

Man befindet sich auf 3000 m Höhe über den Wolken, die die Sicht zum Meer verhindern, aber sich allmählich auflösen.

Wäre es nicht so kalt, könnte man hier Stunden verbringen, und den immer neu entstehenden Rauchschwaden zusehen. Ein einmaliges Erlebnis! Manchmal hört man auch leise Geräusche in Form von Donner und Pfeifen aus der Richtung des Gipfels.

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Vulkankrater Cisternazza

Doch irgendwann wird es Zeit, sich von diesem außergewöhnlich Ort zu verabschieden. Ich verzichtete auf die bereits bezahlte Rückfahrt mit dem Bus von der oberen Bergstation zur Seilbahn, und bin zu Fuß von 3000 m auf 2500 m gelaufen. 

Manchmal sinkt man beim Gehen im körnigen Lava Sand mit den Schuhen bis zum Knöchel ein. So, als ob man im lockeren Schnee laufen würde.

Dieser Krater im Bild entstand erst vor ein paar Jahren und verlor plötzlich jegliche Aktivität wieder.

Wie stellt man sich eine Mondlandschaft vor? Ab 2300 m NN wächst bis auf ein paar Flechten nichts mehr. Im nächsten Foto der Blick von einem anderen Vulkan in Richtung oberer Seilbahnstation und Catania.

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Blick vom Cratere Piano del Lago zur oberen Seilbahnstation
Übersichtskarte der Südseite des Ätnas
Übersichtskarte der Südseite des Ätnas

Hier zur besseren Übersicht eine Karte vom Ätna Gebiet. Zum Vergrößern aufs Foto klicken.

 

Das folgende Video entstand am 21.10.2020 um die Mittagszeit bei 3°C. Der Cratere Piano del Lago ist 2672 m hoch, und weißt an einer Seite im Krater Fumarole auf. Die dichte Wolkendecke liegt zwischen Ätna und der Küste. Schließlich zeigt das Video noch ein Teilstück der Straße von der oberen Seilbahnstation auf 2500 m NN bis zur Endstation auf 2900 m NN, im Hintergrund der rauchende Ätna.

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Crateri Silvestri mit Rifugio Sapienza

Der Name Nicolosi Nord ist etwas verwirrend für die Seilbahnstation hinauf zum Ätna. Mag sein, dass dieser Teil mit zu dieser Gemeinde gehört, so ist es doch sehr weit entfernt und besser bekannt unter dem Namen Rifugio Sapienza, obwohl dies der Name der Herberge an der Seilbahnstation ist.

Zum Abschluss meiner Ätna Exkursion noch dieses Foto vom Cratere Sivestri mit Blick auf die Gebäude und Seilbahnstation von Rifugio Sapienza. Der große Parkplatz lässt erahnen, was hier im Sommer los ist.

Fleri

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Kirchenruine von Fleri

Zurück fahre ich eine andere Straße hinunter ans Meer. Auch diese Straße ist wie die von Catania hinauf mit guter Asphaltdecke und gut ausgebaut. Den Ort Fleri erwähne ich deshalb, weil hier noch die Kirche zu sehen ist, so wie sie vom Erdbeben an Weihnachten 2018 beschädigt wurde. Weitere Infos über dieses Erdbeben findet man hier.

Auch andere Gebäude im Ort und auf meiner Fahrt zeigen Schäden und sind teilweise gesperrt.

Warum die Menschen hier wohnen bleiben fragt man sich. Berichten zufolge wurden durch dieses Erdbeben allein mehr als 2000 Häuser beschädigt. 

Die Erde am Fuße des Ätnas ist sehr fruchtbar und bietet doch vielen hier ihr Ein- und Auskommen. Doch das nächste Erdbeben kommt bestimmt!

Aci Trezza

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Hafen von Aci Trezza

Am Spätnachmittag bin ich wieder am Meer. Ich trage wieder kurze Hosen und T-Shirt. Aci Trezza ist ein gemütliches Fischerdorf, nur 15 km nördlich von Catania. Angesteuert habe ich den Ort deshalb, weil in der Karte die unmittelbar angrenzende Seezone als ein Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Die Felsen im Meer sind Überbleibsel vulkanischer Aktivitäten und werden Inseln der Zyklopen genannt. Die Fischer können erst weit draußen auf dem Meer ihrer Tätigkeit nachgehen. Angeblich ein Paradies für Taucher.

Odysseus überlistete und blendete einen Riesen, der ihm auf seiner Flucht Felsbrocken nachschleuderte. So entstanden diese Inseln - zumindest der griechischen Mythologie nach. Will man mehr der Wissenschaft glauben, so sind diese Inseln vulkanischen Ursprungs und 500.000 Jahre alt.

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Lachea
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Faraglione grande
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kleinere Inselns der Isoli dei Ciclopi

22.10.2020 (Do): Catania > Giarre > Alcantara > Taormina > Letojanni

Giarre

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Piazza Duomo

Heute sage ist Catania Arrivederci, in der Gewissheit, in knapp 2 Wochen wieder in der Stadt anzukommen. Ich verlasse Catania auf der Landstraße und nicht auf der Autobahn. Landstraße ist es nicht, da ich fast pausenlos durch zusammengewachsene Orte fahre. Einen Ort möchte ich aber auf meiner Tour herausheben: Giarre.

Die Durchfahrt führt direkt durchs Zentrum der Stadt und eröffnet Blicke aufs gepflegt aussehende Zentrum. Der Dom mit dem großen Platz davor, die Palmen und im Hintergrund der Ätna bestärkten mich, hier zu frühstücken.

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ein Haus in Giarre
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Duomo San Isidroro

Alcantara Schlucht

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Alcantara Schlucht aus der Vogelperspektive

Zur Alcantara Schlucht verlasse ich die Staatsstraße und fahre ins Innere der Insel. Zunächst machte ich ein paar Fotos mit der Drohne. Aber die eigentliche Schönheit der Schlucht erhält man nur, wenn man die 5 Euro Eintritt zahlt. Es gibt sogar 4 Fahrstühle um die 50 Meter Höhenunterschied von der oberen Kante der Schlucht nach unten zu fahren. Nachdem ich die Schlucht mit dem eiskalten Gebirgswasser erkundet hatte, legte ich mich auf den kleinen Strand am Fluss. Meine mitgebrachte Pizza war da gerade recht!

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Eingang zur Schlucht

Typische Basalt Formationen in unterschiedlichen Nuancen machen diese Schlucht so besonders und eindrucksvoll. Es besteht auch die Möglichkeit, oben im Café an der Kasse einen Guide zu buchen. Man erhält dann Neopren Anzüge um die Kälte besser zu ertragen. Aber mit meinen mitgebrachten Riffschuhen - die sind hier angebracht - kann man es schon eine 1/4 Stunde aushalten. Schließlich kann man sich in der Sonne am Strand hier unten wieder aufwärmen.

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Basaltformationen prägen die Schlucht
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Taormina

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Ortseingang von Taormina

Taormina - ich frage mich, warum die Menschen in früheren Zeiten so hoch auf einem Berg wohnen wollten. Schließlich besteht hier immer noch die Gefahr von Erdbeben!

Ist man endlich auf der Zufahrtsstraße mit den vielen Serpentinen im Ort angekommen, wird man durch Schilder darauf hingewiesen, nicht weiterfahren zu dürfen und in einem der Parkhäuser sein Auto abzustellen.

Taormina ist wohl einer der schönsten Orte auf Sizilien.  

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Griechisches Theater

Die Häuser in gutem Zustand, alle sauber, und zudem viele Sehenswürdigkeiten.

Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeit ist das Amphitheater! Zunächst von den Griechen im 3. Jahrhundert v. Chr. errichtet, wurde es von den Römern 500 Jahre danach in seine jetzige Größe erweitert. Bei den Griechen wurde es tatsächlich als Theater für Schauspiele verwendet. Bei den Römern fanden dann nur noch Gladiatoren- und Tierkämpfe statt.

 

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mit dieser Aussicht geht man doch gerne ins Theater
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in der Mitte die Chiesa di San Guiseppe

Vom Theater aus erhält man einen wunderbaren Blick hinüber zum Ätna und de hoch über Taormina thronenden Burg der Sarazenen. Der Ausblick von dort ist wundervoll, die Burg selbst lohnt sich eher nicht.

Dafür aber um so mehr die vielen alten Gebäude im Ort  als Zeitzeugen aus vielen Epochen seiner bewegten Geschichte mit den unterschiedlichen Herrschern Völkern und Baustilen.

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Duomo de Taormina
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Aussichtsplattform Belvedere di Taormina

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Taormina aus der Vogelperspektive

Letojanni

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Letojanni am Abend im Zentrum

Übernachtet habe ich hier in Letojanni, nur ein paar Kilometer von Taormina entfernt an der Küste. Letojanni ist einer von vielen kleinen Urlaubsorten am Meer. Auch hier waren zu dieser Jahreszeit bereits nur noch sehr wenige Restaurants und Cafés geöffnet, so dass ich schon eine Zeitlang nach einem Abendessen suchen musste. So war ich auch im Hotel der einzige Gast.

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Verhaltensregeln bei Erdbeben

Scheinbar liegt dieser Ort immer noch im Einzugsbereich des Ätnas und Erdbeben, denn sonst würden diese Hinweise über richtiges Verhalten bei Erdbeben nicht in meinem Hotelzimmer an der Innenseite der Tür angebracht worden sein.

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Hotel am Meer

Sonne pur, Sandstrand, und das in Sichtweite von meinem Hotelfenster. Mir unverständlich, dass bei solchen Temperaturen und Wetter allgemein diese Strände jetzt schon leer bleiben.

Gut, das Tyrrhenische Meer ist an und für sich relativ kalt, das kenne ich von Elba. Ein bisschen wärmer hatte ich mir das Meer schon erhofft, schließlich liegt Elba fast 800 km nördlicher.

23.10.2020 (Fr): Letojanni > Castelmola > Milazzo > Lipari

Castelmola

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Straße hoch nach Castelmola

Taormina ist zugegebener Maßen sehr touristisch, dafür aber in sehr gepflegten Zustand. Blickt man von Taormina hinter die hochstehende Burg, wird ein weiterer Ort auf einem noch höheren Berg sichtbar: Castelmola. Der Ort liegt auf 530 m Höhe und erweckte meine Neugier. So beschloss ich, das Risiko einzugehen, von der Polizei erwischt zu werden, weil man nur zu diesem Ort kommt, indem man verbotenerweise Taormina durchfährt, was eigentlich nur den Anliegern erlaubt ist. An diesem Vormittag hatte ich jedenfalls Glück und ich sah kein Polizeiauto. Nach etlichen engen Kurven und Serpentinen parkte ich mein Auto am Ortseingang. Der Ort ist nicht sehr groß und man kann alles zu Fuß bequem ablaufen.

Die Aussicht bei diesem tollen Wetter war grandios!

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Castelmola
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Nordseite von Castelmola mit Blick zum Ätna

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Piazza mit Aussicht in Castelmola

Vormittags waren noch nicht viele Leute unterwegs. So gehörte mir die Aussichtsplattform von Castelmola für eine Zeit ganz allein. Im Café gemütlich gefrühstückt und die vom Besitzer angepriesene örtliche Spezialität zunächst probiert und dann gekauft: 1 Flasche Mandellikör.

Milazzo

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Burg auf der Halbinsel von Milazzo

Nach Milazzo ist es nicht mehr weit. Auf der Autobahn wenig Verkehr. Scheinbar wollen sich die Einheimischen die Gebühr sparen. 

Am Hafen vor dem Fährterminal angekommen, stellte ich fest, dass es weit und breit keine Parkflächen für längere Zeit gibt. Also fragte ich einen Taxifahrer, ob er zu einer Garage vorausfahren kann. Dort das Auto abgegeben und mit dem Taxi und Gepäck wieder zurück zum Terminal. Dieser Taxi Service war sogar kostenlos! Die Fähren legen tagsüber fast stündlich nach Lipari ab.

23. - 27.10.2020: Liparische Inseln

Die Fortsetzung meiner Sizilien Reise führte mich auf die Liparischen Inseln. Diese ist hier zu finden. Am Ende des Berichts führt ein link zum 2. Teil von Sizilien.

 

 

 

 

27.10. - 02.11.2020: Sizilien Teil 2

Im Teil 2 meiner Sizilien Reise geht es zunächst im Norden an der Küste entlang. Über Marsala ganz im Westen, die antiken Stätten an der südlichen Küstenstraße besucht, und wieder zurück nach Catania.